Selbsthilfe-Kontaktbörse 2015 – Raus aus der Isolation

Sechste Selbsthilfe-Kontaktbörse zeigt Vielfalt und Engagement.

Gruppenbild Honoratioren der Selbsthilfe Kontaktbörse 2015
Honoratioren der Selbsthilfe-Kontaktbörse. Heinz Buss (links, Geschäftsführer „Gesundheit und Selbsthilfe), Detlef Kasig (2.v.l, Barmer GEK), Bürgermeisterin Ursula Glaser (4.v.l), Anke Wellnitz (4.v.re, Leiterin Selbsthilfe Kontaktstelle),Uwe Lengert (3.v.re, AOK Regionaldirektor), Klaus-Peter Schaps(rechts, Kassenärztliche Vereinigung)

Zum sechsten Mal fand in Wilhelmshaven die Selbsthilfe-Kontaktbörse statt und zum zweiten Mal war der QUEErströmung e.V. dabei.

30 Selbsthilfegruppen präsentierten dieses Jahr ihre Arbeit und standen Interessierten für Fragen zur Verfügung. Diesmal an einem ganz besonderen Ort – der UCI-Kinowelt im Herzen der Stadt.

Auch der QUEERströmung e.V. zeigte die Bandbreite seines Angebotes, legte aber an diesem Tag den Schwerpunkt auf die krank machenden Folgen von Diskriminierung und Ausgrenzung. Oft sind es Depressionen oder  psychosomatische Erkrankungen, die in Folge von Diskriminierung und Ausgrenzung bei den betroffenen Menschen auftreten. Dabei kommen diese Menschen oft in eine Mehrfachopfer-Situation, da auch die psychischen Erkrankungen selbst in unserer Gesellschaft weiterhin tabuisiert und Betroffene weiter ausgegrenzt werden.

Um diesen Kreis zu durchbrechen braucht es neben ärztlicher Hilfe eben auch eine Gruppe, die Rat weis und sich der Betroffenen auf Augenhöhe annimmt. QUEERströmung e.V. kann hier im Rahmen verschiedenster Projekte für alle Altersgruppen helfen. Ganz aktuell haben wir die Flüchtlingssituation. Hier stellt sich oft eine ganz brisante Situation, da queere Zuwanderer zusätzlich zu den oben genannten Problemen auch noch mit ihrem Fremdsein, Sprachbarrieren und den kulturellen, wie auch religiösen Herausforderungen in den Sammelunterkünften zurecht kommen müssen.

Auf der Selbsthilfe-Kontaktbörse konnten all dies thematisiert werden. Darüber hinaus fand ein intensiver Austausch mit anderen Gruppen und gute Gesprächen mit den offiziellen Vertretern des Gesundheitswesens statt.

Ein Highlight der Veranstaltung war sicher der Besuch von Fernsehmoderatorin, Autorin und Filmemacherin, Tine Wittler. Sie stellte ihren Dokumentarfilm „Wer schön sein will, muss reisen“ persönlich vor. Ein intensiver Film der den Fragen nachgeht, Wie entsteht Schönheit? Wie entstehen Ideale? Und wie gehe ich mit diesen um?

Diese Fragen führen Tine Wittler in den ihr bis dahin unbekannten Wüstenstaat Mauretanien, in dem, anders als in ihrer Heimat, runde Frauen als besonders schön gelten. Dieses Ideal hat aber auch Schattenseiten, so werden dort verbreitet junge Mädchen bereits mit 8 Jahren oder früher Zwangsgemästet um möglicht frühzeitig dem dortigen Schönheitsideal zu entsprechen.

Ein Film der schnell seinen Bezug zur Veranstaltung offenbart. Geht es doch um Selbsterfahrung, Selbsthilfe aber auch Ausgrenzung und Diskriminierung.

Die Selbsthilfe-Kontaktbörse war eine erfolg- und erkenntnisreiche Veranstaltung, der der Veranstaltungsort gut tat. Der parallel weiter laufende Kinobetrieb brachte unverhofft die Wilhelmshavener Bürgerinnen und Bürger mit der Selbsthilfe in Kontakt – Kontaktbörse im wahrsten Sinne.

Wer auf der Suche nach einer für sich passenden Selbsthilfegruppe ist, kann sich die Liste der Selbsthilfegruppen in Wittmund & Wilhelmshaven anschauen oder direkt mit der Selbsthilfe-Kontaktstelle telefonisch unter 04421-7719329 oder per Mail in Verbindung setzen.

 

Impressionen von der Selbsthilfe-Kontaktbörse 2015

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